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Therapiemöglichkeiten chronischer Wunden

Wenn Wunden nicht heilen

Plastische Chirurgie und Wundmanagement arbeiten Hand in Hand

Wunden, die nicht heilen, können viele Ursachen haben: Diabetes, Venenerkrankungen, aber auch Probleme bei der Pflege bettlägeriger Patienten. Folgen sind die bekannten „offenen Beine“, Druckgeschwüre oder der sogenannte diabetische Fuß. Doch chronische Wunden sind kein Schicksal, das die Betroffenen einfach hinnehmen müssen. „Solche Wunden spielen eine zunehmend größere Rolle“, sagt Panagiotis Theodorou, Chefarzt der Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus Bethesda der Johanniter. „Die Patienten werden älter und kränker.“ Das professionelle Wundmanagement hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht und bietet Hilfe auch im häuslichen Umfeld. Die plastische Chirurgie wiederum verschließt Wunden operativ, denen man mit pflegerischen Mitteln nicht mehr beikommen kann. Beide Bereiche, Wundmanagement und plastische Chirurgie, arbeiten eng zusammen. Für die Kommunikation zwischen Wundmanagern und Ärzten sorgt eine eigens von der Praxis entwickelte App, die die Arbeit transparent macht und die Mediziner über den pflegerischen Ist-Zustand informiert.

Dem Körper helfen sich selbst zu heilen

Wundmanagerin Friederike Rösner, die die einzige Praxis für Wundmanagement in Mönchengladbach betreibt, setzt bei chronischen Wunden auf einen ganzheitlichen Ansatz. „Es hilft nichts, eine Wunde einfach nur zu verbinden“, sagt sie. „Wir müssen uns den ganzen Menschen ansehen.“ Die eventuell zugrunde liegende Grunderkrankung – Diabetes beispielsweise – muss erkannt und erfolgreich behandelt werden. Bei alten Menschen liegt aber oft auch eine Mangelernährung vor, die dazu führt, dass dem Körper Zink und Selen fehlt, was die Wundheilung behindert. Haben bettlägerige Patienten sich wundgelegen, sind Druckgeschwüre die Folge. Die Wundmanager sehen sich auch die Matratzen an, sorgen für die Entlastung der betroffenen Körperstellen und klären auch die pflegenden Angehörigen über solche Möglichkeiten auf. „Wir heilen nicht, der Körper heilt“, erklärt Friederike Rösner. „Aber wir können die Bedingungen optimieren.“ Zum Beispiel durch entsprechendes Verbandsmaterial, Kompressionstherapie oder eben Entlastungen. Auch mit der Lasertherapie, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt, hat die Wundmanagerin gute Erfahrungen gemacht. Bei allen pflegerischen Möglichkeiten bleibt die Zusammenarbeit mit den Ärzten von zentraler Bedeutung.

Moderne Therapiemöglichkeiten

Aber es gibt Wunden, die sich trotz pflegerischen Bemühungen nicht schließen. Sie müssen operativ behandelt werden. „Die Wundversorgung in der Altersmedizin ist ein Schwerpunktgebiet der Plastischen Chirurgie. Sie bietet Patienten mit Druckgeschwüren modernste Therapiemöglichkeiten an“, erklärt Chefarzt Theodorou. Bei der OP wird die Wunde mit körpereigenem Gewebe verschlossen. Zum Beispiel, indem Haut vom Oberschenkel auf den Unterschenkel übertragen wird. Oder von einer Stelle, die keinem Druck ausgesetzt ist, auf das Druckgeschwür. Da in der Phase nach der Operation das behandelte Areal noch sehr empfindlich ist, verbringen die Patienten oft eine Woche im Mikro-Glaskugel-Bett, in dem sie praktisch schweben und so Druck auf die entsprechenden Stellen vermieden wird. Sind die Patienten wieder im häuslichen Umfeld, übernehmen wiederum die Wundmanager die Versorgung. „Die häusliche Pflege überfordert die Angehörigen häufig“, weiß Theodorou. Die Einbindung der Wundexperten ist deshalb mehr als sinnvoll.

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